Einführung

Langfristig können Schutzgebiete alleine die Biodiversität im Alpenraum nicht erhalten. Vielmehr ist ein naturverträgliches Handeln auf der gesamten Fläche, auch und gerade ausserhalb von Schutzgebieten, nötig. Gezielte Massnahmen und Förderprogramme tragen zur Umsetzung eines ökologischen Netzwerks bei, indem sie Lebensräume und Schutzgebiete vernetzen helfen.

© Heinz Heiss / Zeitenspeigel
© Heinz Heiss / Zeitenspeigel
Warum der Massnahmenkatalog für Sie interessant ist

Die „Initiative Ökologisches Kontinuum“ hat den Massnahmenkatalog bereitgestellt, um Aktivitäten zur Umsetzung eines alpenweiten ökologischen Verbunds in sieben alpinen Pilotregionen zu unterstützen. Er soll aber auch allen anderen Regionen und Akteuren im Alpenraum und darüber hinaus eine Hilfe sein, die sich für die Verbesserung der ökologischen Vernetzung einsetzen.
Die online-Version des Massnahmenkatalogs wurde finanziell gefördert durch das deutsche Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Eine Fundgrube an Aktionen und Beispielen

Sie finden auf diesen Seiten Informationen über eine breite Palette möglicher Aktionen in der Landschaft, die die Funktionsfähigkeit ökologischer Netzwerke verbessern. Aus den verschiedenen Alpenstaaten werden Beispiele vorgestellt, wie Flächen und Strukturen geschaffen, erhalten oder wieder instand gesetzt werden können, so dass sie als Verbindungselemente eines ökologischen Netzwerks wirken können. Wichtig ist dabei, dass Einzelmassnahmen zu einem grossräumigen Biotopverbund beitragen, indem sie auf Flächen mit besonderer Vernetzungsbedeutung oder für bestimmte Zielarten durchgeführt werden.
Aktuell sind 71 Einzelmassnahmen in Steckbriefen beschrieben und nach unterschiedlichen sozialen, technischen, ökologischen und ökonomischen Kriterien bewertet. Die Angaben dienen als Anhaltspunkte: zur konkreten Umsetzung und Planung von Massnahmen sind zusätzliche Recherchen notwendig. Die einzelnen Massnahmen sind interaktiv abrufbar. Sie können eine individuelle Auswahl an Massnahmen erzeugen, die den Kriterien entspricht, die für Sie interessant sind.
Ausgewählte Massnahmen, die aufgrund des innovativen Ansatzes, der Originalität oder der beispielhaften Umsetzung als besonders interessant erschienen, sind anhand konkreter Beispiele oder Projekte detaillierter beschrieben. Diese Anwendungsbeispiele geben Ihnen wertvolle Anregungen sowie praktische Informationen wie Kontaktpersonen und Referenzen.
Bevor eine der vorgestellten Massnahmen tatsächlich umgesetzt wird, sollten Sie prüfen, ob diese mit den lokal festgelegten Zielen für den Biotopverbund übereinstimmt. Unter Umständen sind Anpassungen an die jeweiligen lokalen Bedingungen notwendig. Für die Umsetzung der vorgestellten Massnahmen sind außerdem eine Vielzahl unterschiedlicher Sektoren und Bereiche von Bedeutung.

Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit Anderen

Alle NutzerInnen dieser Seiten können ihre praktischen Erfahrungen, die sie in Pilotregionen und anderenorts im Alpenraum gesammelt haben, über ein Formular als Beispiele eingeben und so einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Wenn Sie ergänzende Informationen zu den Massnahmenbeschreibungen oder Beispielen haben, nehmen wir diese gerne entgegen (Kontakt).

Zusätzliche Anmerkungen zu den Bewertungen

Die Bewertungen wurden größtenteils auf Grundlage zugänglicher Informationen, die teilweise die Erfahrungen aus Einzelprojekten widerspiegeln, gewonnen. Damit handelt es sich um stark vereinfachte Angaben, die als Anhaltspunkte dienen können.
Die Kategorien „ökologische Wirksamkeit“ und „sozio-ökonomische Auswirkungen“ arbeiten mit den vier Bewertungsstufen „hoch“, „mittel“, „gering“ sowie „keine direkten Auswirkungen“. Diese Skala wurde hinsichtlich der „ökologischen Wirksamkeit“ so eingesetzt, dass je häufiger die positiven Auswirkungen der Massnahme auf die Biodiversität bzw. vor allem auf den ökologischen Verbund bereits durch wissenschaftliche Studien und in Projekten belegt wurden, desto höher auch die Wirkung der Massnahme eingeschätzt wurde. Umgekehrt wurde die Wirkung als gering eingestuft, wenn fast keine Belege zu finden sind.
Bei den ökonomischen Auswirkungen gilt dementsprechend, dass bei einer hoch eingeschätzten Wirkung die Möglichkeit besteht, durch die Massnahme Geld zu erwirtschaften oder zu sparen und umgekehrt. Insgesamt werden unter den sozioökonomischen sowohl direkte positive Effekte als auch indirekte Effekte, z.B. durch die Möglichkeit Arbeitsplätze zu schaffen oder zur Regionalentwicklung beizutragen, zusammengefasst.
Gerade beim Kriterium „sozio-ökonomische Auswirkungen“ ist ausserdem zu berücksichtigen, dass es sich dabei um eine grobe Einschätzung, zum Teil auf der Grundlage einzelner Projekte, handelt. Dementsprechend kann die Situation im Einzelfall stark abweichen. Auch die Kosten waren oftmals schwer zu recherchieren. Dies lässt sich u.a. darauf zurückführen, dass die konkreten Kosten für alle Massnahmen sehr variabel sind, da sie sehr stark abhängig von verschiedenen Faktoren sind. So spielen die Ausgangssituation, die Grösse des Gebietes und die spezifischen Bedingungen der jeweiligen Flächen eine wichtige Rolle. Daher handelt es sich bei diesen Einschätzungen um sehr grobe Grössenordnungen, die nicht verbindlich zu verstehen sind.
Ähnlich verhält es sich mit der ökologischen Wirksamkeit, die sich ebenfalls nach den konkreten Ausgangsbedingungen richtet und abhängig davon ist, ob die Massnahme in den jeweiligen Kontext passt und ob sie sorgfältig geplant, umgesetzt und entsprechend regionalisiert wurde. Die Einschätzung gibt nur einen ungefähren Anhaltspunkt, kann bei tatsächlicher Umsetzung aber davon abweichen.

Download gesamter Massnahmenkatalog

Alle Inhalte des Massnahmenkatalogs sind in diesem Bericht zusammengestellt. Der Bericht wird regelmässig aktualisiert.